Anton Zirn, Ehrensenator der Universität Hohenheim (Stuttgart)

 

 

Wappen der Familie Zirn

 

 

eingetragen im

 

Wappenverzeichnis

Dochtermann

 

 

Anton Zirn

 

Ehrensenator der Universität

Hohenheim (Stuttgart)

 

 

 

 

 


Anton Zirn besuchte von 1914 bis 1917 die Volksschule in Ebenweiler, danach von 1917 bis 1922 die Realschule Altshausen und die Oberrealschule in Ravensburg. Von 1922 bis 1925 absolvierte er eine Banklehre bei der Gewerbebank in Biberach/Riß mit gleichzeitigem Besuch der Handelsschule.
Von 1926 bis 1927 arbeitete er im elterlichen Betrieb, der Firma G. Zirn, Kunstmühle und Landprodukte Ebenweiler. Als ein Freund der Familie im Münchner Merkur gelesen hatte, dass die Bezugs- und Absatzgenossenschaft in Giengen/Brenz liquide geworden war und das Lagerhaus verkauft werden sollte, gründete der Jungkaufmann Anton Zirn mutig am 1.8.1927 zusammen mit anderen Gesellschaftern die Firma Lagerhaus Giengen/Brenz Stark & Co. KG und wurde deren Geschäftsführer. Mit dem Motorrad fuhr er von Dorf zu Dorf, um für das Lagerhaus zu werben. Trotz aller Mühe geriet die neue Firma in Schwierigkeiten, aber Anton Zirn gab nicht auf. Am 15.1.1931 gründete er seine eigene Firma, Lagerhaus Giengen/Brenz G. Zirn & Söhne KG. mit den Mitteln seiner Familie und wurde deren Geschäftsführer und persönlich haftender Gesellschafter. 1936 wurde ein größeres Kohlen- und Düngerlager angelegt. Fünf Jahre nach dem Start zeigte es sich als notwendig, zur Verbesserung der Versorgung der landwirtschaftlichen Kunden mit Bedarfsgütern und zur Vermarktung der Produkte, sieben Zweiglager im Kreis Heidenheim/Brenz zu errichten. 1938 wurde Anton Zirn persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer der neu gegründeten Firma Lagerhaus Altshausen G. Zirn & Söhne.
Ämter:

Ab 1933 war Anton Zirn Vorsitzender des Landhandelsverbandes Württemberg, 1936 Gründungsmitglied der Lehranstalt des deutschen Landhandels auf Burg Warberg, 1938 Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigten Landwarenkaufleute GmbH., Stuttgart. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, am 2.2.1945, konnte er als Leiter der Berufsorganisation im Auftrag des Getreidewirtschafts-Verbandes bei der Reichsstelle für Getreide in Berlin, in letzter Stunde eine Lieferung von 5000 Tonnen Roggen aus dem Warthegau zur Versorgung von Württemberg vereinbaren und geliefert erhalten. 1947 wurde er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Zentralverbandes für Getreide-, Futter- und Düngemittel-Kaufleute auf Bundesebene in Bonn und 1949 Vizepräsident des Zentralverbandes. 1950 übernahm er den Vorsitz des Gewerbe- und Handelsvereins in Giengen/Brenz, war von 1951 bis 1955 Stadtrat in dieser Stadt. Ab 1953 war er Aufsichtsratsmitglied der Giengener Volksbank eGmbH. und außerdem bis 1970 Mitglied des Kirchenstiftungsrates der katholischen Kirchengemeinde Giengen/Brenz. Außerdem berief man ihn ab 1953 in den Kreistag des Kreises Heidenheim/Brenz, dem er bis 1955 angehörte. 1954 wurde in Giengen die Speditionsfirma Brenztalgarage Zirn gegründet, deren persönlich haftender Gesellschafter Anton Zirn war. Das traditionelle Landhandelsgeschäft wurde durch Einbeziehung der Landtechnik ergänzt, später kamen Kfz-Vertrieb, Kfz-Werkstatt und Boschdienst hinzu. 1956 gründete man in München die Süddeutsche Landhandels GmbH. als Auffangesellschaft für den süddt. Landhandel, deren Gründungs- und Aufsichtsratsmitglied er war. Im gleichen Jahr übernahm er die Aufgabe eines Vorstandsmitgliedes und Oberschiedsrichters der Landesprodukten-Börse in Stuttgart, 1957 den Vorsitz des Musikvereins e.V. - Stadtkapelle Giengen/Brenz. 1958 war er Delegierter der Europäischen Getreidehandelsunion bei der EWG in Brüssel und 1959 Mitglied des CDU-Kreisvorstandes des Kreises Heidenheim/Brenz. In der Tochterfirma Landhandels-Gesellschaft Zirn & Co., Giengen/Brenz, war er persönlich haftender Gesellschafter und ab 1960 Mitglied des Hochschulbundes der Universität Hohenheim (Stuttgart), 1961 Mitgründer und delegiertes Mitglied des Landesarbeitskreises Fütterung, sowie der Landesbraugerstenstelle Baden-Württemberg und von 1965 bis 1975 erneut Stadtrat in Giengen/Brenz. Im März 1969 berief man ihn in den Landesbeirat für Anpassung und Vermarktung bei Landwirtschafts-Ministerium Baden-Württemberg und 1970 entstand der Verband der agrargewerblichen Wirtschaft Baden-Württemberg, dessen Mitbegründer und Vizepräsident und gleichzeitiger Voristzender der Fachgruppe Landhandel dieses Verbandes er war. 1971 schließlich wurde er Beiratsmitglied der Landesanstalt für landwirtschaftliche Chemie an der Universität Hohenheim. 1977 waren in den Zirn-Firmen 120 Mitarbeiter tätig und betreute etwa 3.500 landwirtschaftliche und 1.500 nicht landwirtschaftliche Kunden.
Ehrungen: Dieses außerordentliche Engagement zog eine Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen nach sich: 1961 Ehrenmitglied der Lehranstalt des deutschen Landhandels Burg Warberg; 1967 Ehrennadel in Silber des Deutschen Gewerbeverbandes; 1967 Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse; 1968 Staatsmedaille in Silber des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Baden-Württemberg; 1971 Ehrenurkunde des Gewerbe- und Handelsvereins Giengen/Brenz und Ernennung zum Ehrenvorstand; 1972 50 Jahre Mitgliedschaft im Schwäbischen Albverein; 1976 Ehrenmitglied der Turn- und Sportgemeinde e.V. Giengen/Brenz und Ehrensenator der Universität Hohenheim.