Dr. Georg (von) Zürn, bürgermeister in Würzburg

Dr. Georg Zürn war Bürgermeister der Stadt Würzburg von 1866 bis zu seinem Tode 1888. In seine Amtszeit fiel die  Entfestigung der Stadt, die er veranlasste. Es gelang ihm, das Festungsgelände (also Glacis, Wälle, Gräben und Tore), insgesamt fast 54 Hektar, für die Stadt auf einmal zu erwerben. Nach Ende der Abbrucharbeiten waren so viele erworbene Grundstücke wieder verkauft worden, dass die verbleibenden Restkosten für den Abbruch von der Kommune leicht zu schultern waren. Ein weiterer Schachzug Zürns war, dass er es schaffte, das gesamte frühere innerstädtische Eisenbahngelände zu erwerben. Die Besitzer kleiner Grundstücke innerhalb des Bahngeländes motivierte er ebenfalls zum Verkauf. Auf dem erworbenen Gelände entstand einer der ersten neuen Straßenzüge, die geradlinige und breite Ludwigstraße. Eine Ringstrasse, ähnlich dem Ring in Wien, wurde 1873 begonnen. An beiden Enden dieses Stadtringes waren Brücken über den Main vorgesehen. Zürn gelang es, die Verwaltung der Bahn zu bewegen, an das neu entstandene Hafenbecken ein Industriegleis zu legen. Erst dadurch konnten die wirtschaftlichen Bedingungen des späten 19. Jahrhunderts erfüllt werden. Nicht zuletzt verdankt ihm die Stadt den Ringpark.

Die von Georg Zürn eingeführten Verwaltungsberichte geben genauere Kenntnisse über die Entwicklung der Stadt während seiner Amtszeit. Auch für die Förderung des Schulwesens leistete Zürn über die staatlichen Unterstützungen hinaus wesentliche Beiträge. 

Der bayrische König zeichnete Dr. Georg Zürn für die Erfolge seiner Arbeit mit dem Adelsprädikat aus. Die Stadt Würzburg ehrte ihren Bürgermeister durch ein Denkmal, dessen neueste Fassung nun im Ringpark, in dem mit Klein-Nizza benannten Teil zu finden ist.